Ende September 2025 starteten wir in unseren zweiwöchigen Sommerurlaub nach Tunesien. Sonne, Strand, Meer und All-inclusive – was sollte da noch schiefgehen? Die erste Woche verlief ganz entspannt, zumindest für mich. Mein Verlobter Julien hingegen war auffällig unruhig, ständig auf der Hotelanlage unterwegs und irgendwie mit den Gedanken ganz woanders. Ich dachte mir nichts dabei und genoss meinen Urlaub. Er würde sich schon noch entspannen, dachte ich.
Eines Abends erzählten uns Hotelbekanntschaften von einem tollen 5-Sterne-Restaurant in der Nähe. Als Julien mich am 05.10.2025 plötzlich aufforderte, mich schick zu machen, weil ich vom Zimmer abgeholt werden würde, dachte ich tatsächlich an einen schönen Abend im Restaurant. Wie sehr ich mich täuschte, sollte ich schon bald erfahren.
Eine Hotelbekanntschaft holte mich ab, brachte mich aber zunächst zur Bar. Ich wunderte mich, doch dann sagte sie: „Komm mit!“ und verband mir die Augen. Langsam ahnte ich, dass hier etwas Besonderes auf mich wartete.
Während ich vorsichtig geführt wurde, hörte ich plötzlich „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo aus den Lautsprechern. Mein erster Gedanke war tatsächlich: „Ach, wie cool, dass die das Lied hier kennen!“ Dass dieser Song gleich eine ganz besondere Bedeutung für mich bekommen würde, wusste ich noch nicht.
Dann wurde mir die Augenbinde abgenommen. Vor mir erstreckte sich ein roter Teppich, liebevoll geschmückt mit Blumen und Kerzen. Dahinter der Strand, das Meer und ein traumhafter Sonnenuntergang. Und ganz am Ende dieses Weges stand Julien – der Mann, mit dem ich mein Leben teilen möchte.
In diesem Moment war es, als würde die Welt für einen Augenblick stillstehen. Sechs Jahre hatte ich auf diesen einen Tag gewartet. Sechs Jahre voller Liebe, gemeinsamer Erinnerungen und der Hoffnung, irgendwann seine Verlobte zu werden. Und nun stand ich hier, überwältigt von meinen Gefühlen, und konnte meine Freudentränen einfach nicht zurückhalten.
Was ich damals noch nicht wusste: Julien hatte wirklich alles gegeben, um diesen Moment perfekt zu machen. Er hatte sogar schon am Flughafen den Zoll gefragt, ob er den Ring problemlos ein- und wieder ausführen dürfe. Romantik ist eben schön, aber gute Vorbereitung schadet nie! ????
Ganz ohne Hindernisse lief die Planung allerdings nicht. Gleich zu Beginn des Urlaubs war sein Handy kaputtgegangen – ausgerechnet dort, wo er seine vorbereitete Rede gespeichert hatte. Und da Julien kein Englisch spricht, gestaltete sich die Organisation mit dem Hotelpersonal zusätzlich schwierig. Doch trotz aller Widrigkeiten gab er nicht auf. Er wollte mir diesen einen, ganz besonderen Moment schenken.
Als ich schließlich den roten Teppich entlang auf ihn zuging, fand Julien wunderschöne Worte. Welche genau, weiß ich heute vor lauter Aufregung kaum noch. Aber ich weiß noch ganz genau, was ich fühlte: unendliches Glück, tiefe Liebe und die Gewissheit, dass ich genau dort sein wollte – bei ihm.
Dann ging Julien auf die Knie, hielt mir einen unfassbar schönen Ring entgegen und stellte mir die Frage aller Fragen.
Und ich? Ich sagte JA! Ein JA zu unserer Liebe, zu unserer gemeinsamen Zukunft und zu all den Abenteuern, die noch vor uns liegen. Ein JA, auf das ich sechs Jahre gewartet hatte und das sich in diesem Augenblick schöner anfühlte, als ich es mir jemals hätte vorstellen können.
Mit Sekt, dem letzten Licht des Sonnenuntergangs und den Klängen von Xavier Naidoo ließen wir diesen unvergesslichen Abend am Strand ausklingen.
Und das 5-Sterne-Restaurant? Das musste an diesem Abend wohl ohne uns auskommen. Denn Julien hatte mir etwas viel Wertvolleres geschenkt: einen Moment voller Liebe, Mut und Überraschungen, den ich für immer in meinem Herzen tragen werde.
Manchmal führt der schönste Weg eben nicht zu einem Restaurant, sondern direkt ins gemeinsame Glück. Und meiner führte an diesem Abend in Tunesien zu meinem ganz persönlichen, alles entscheidenden JA. ❤️
", Itohan O.