Unser Heiratsantrag sollte romantisch werden. Was wir nicht geplant hatten: dass er gleichzeitig eine kleine Komödie werden würde.
Wir waren gemeinsam in Griechenland in den Ferien. An einem Abend wollten wir zur Akropolis von Lindos – ein wunderschöner Ort, der für uns eigentlich schon romantisch genug gewesen wäre. Mein Freund hatte allerdings längst einen Plan: Zu Hause lag ein wunderschöner, echter Verlobungsring. Weil dieser aber viel zu wertvoll war, um ihn mit in die Ferien zu nehmen, besorgte er zusätzlich einen günstigen „Fake-Ring“ für den Antrag und versteckte ihn im Hotel.
Nur leider… vergass er ihn beim Ausflug mitzunehmen.
Wir kamen mit dem Taxi in Lindos an und waren ohnehin schon ziemlich spät dran: Die Akropolis würde in ungefähr einer Stunde schliessen. Mein Ziel war deshalb ganz klar: so schnell wie möglich diesen Berg hoch und zur Akropolis!
Doch auf dem Weg dorthin hatte mein Freund plötzlich eine ganz andere Mission.
Er wollte unbedingt, dass ich mir einen Ring aussuche.
Ich verstand überhaupt nicht, warum das jetzt so wichtig sein sollte. In meinem Kopf gab es nur einen Gedanken: Wir haben noch eine Stunde – wir müssen endlich los!
Aber er liess nicht locker. Also gingen wir in einen der kleinen Schmuckläden in den wunderschönen Gassen von Lindos und ich suchte – mehr oder weniger nebenbei und hauptsächlich, um ihn zufriedenzustellen – einen Ring aus. Er ging hinein, um ihn zu bezahlen, während ich innerlich wahrscheinlich schon den Countdown bis zur Schliessung der Akropolis laufen liess.
Dass dieser Ring eine ziemlich wichtige Rolle spielen würde, ahnte ich natürlich überhaupt nicht.
Danach machten wir uns endlich auf den Weg nach oben. Wir fanden einen wunderschönen Fotospot um ein paar schöne Erinnerungsfotos zu machen und stellten das Stativ auf. Ich dachte immer noch, wir machen paar schön verschwitze Fotos.
Und dann ging er plötzlich auf die Knie.
Ich war völlig überrascht.
Er holte genau den Ring hervor, den ich mir wenige Minuten zuvor selbst ausgesucht hatte.
Mein erster Gedanke war tatsächlich: Moment… macht er mir jetzt wirklich spontan mit diesem Ring einen Antrag? ????
Und dann war da nur noch pure Freude, Überraschung und ganz viel Gefühl.
Denn der eigentliche Plan war eigentlich ein anderer gewesen: Der richtige, teure Verlobungsring lag sicher zu Hause. Der extra für den Antrag gekaufte Fake-Ring lag im Hotel. Und weil er seinen Plan unterwegs vergessen hatte, wurde kurzerhand ein dritter Ring gekauft – von mir selbst ausgesucht, ohne dass ich auch nur den geringsten Verdacht hatte.
Und so habe ich heute tatsächlich drei Verlobungsringe.
Vielleicht war es nicht der Antrag, den er ursprünglich geplant hatte. Aber genau deshalb war er perfekt.
Denn unser Antrag war genauso wie unsere Liebe: ein bisschen chaotisch, völlig unerwartet, voller Überraschungen und am Ende einfach wunderschön.
Drei Ringe. Ein Antrag. Und ein Mann, den ich von ganzem Herzen heiraten möchte.
", Ivana P.