Wir hatten schon im Vorfeld offen über das Thema Heirat inklusive ihrer Ringgröße gesprochen, also war Ari klar, dass ich irgendwann um ihre Hand anhalten würde. Nur wann genau habe ich sie natürlich nicht wissen lassen. Aber dass unsere große Namibia-Rundreise eine gute Gelegenheit für einen Antrag bietet, das wusste sie sicherlich. Auf der Reise sind wir zu sechst in einem abgehalfterten Auto mit defekten Stoßdämpfern unterwegs - unsere beiden Eltern waren mit von der Partie, was uns nebenbei bemerkt das ein oder andere graue Haar hat wachsen lassen ;-). Es ist der zehnte Tag unserer Tour und wir befinden uns im Madisa Camp, eine Unterkunft ohne Zäune mitten in den wüstigen Weiten dieses riesigen Landes. Vor anderthalb Jahren waren wir schon einmal genau hier und wissen deshalb, dass wir von einer an das Camp grenzenden Felsformation den besten Blick auf den rotgoldenen Sonnununtergang haben. Und weil das Felskraxeln für unsere Eltern zu viel ist, sind wir zu zweit auf einem Vorsprung vor dieser malerischen Kulisse. Ari sitzt neben mir, schaut in die Ferne und bemerkt daher gar nicht, dass ich einen Ring aus meiner Hosentasche hole und mich zu ihr wende. Ihrem "Schau mal, da hinten!", bringe ich ein "Schau mal hier!" entgegen. Erst dann sieht sie mich an, beginnt zu strahlen und ruft: "Ja!".
Nach dem Abstieg im Camp beglückwünschen uns die Camp-Mitarbeiter mit afrikanischen Gesängen im Fackelschein - unsere Eltern haben sie eingeweiht, als wir noch auf dem Felsen waren. Ein wirklich unvergesslicher Abend in unserem Sehnsuchtsland Namibia.
", Johannes S.