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Als der Sonnenuntergang für uns anhielt

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Man sagt ja, die schönsten Momente kann man nicht planen. Und genau so war dieser.

Wir sind mit unserem eigenen kleinen Zuhause auf Rädern losgefahren – einfach wir zwei, unser Camper-Van Richtung Schweiz. Frei, voller Vorfreude und ohne genau zu wissen, was uns erwartet. Der erste Tag in der Schweiz angekommen hat uns direkt geerdet: Wir waren hoch oben auf einem Berggipfel unterwegs. Es war eisig kalt, es hatte leicht geschneit, und trotz dicker Jacken waren wir sehr durchgefroren. Die Nacht war kalt.

Am nächsten Tag dann, als hätte jemand den Vorhang aufgezogen: Der Himmel klarte auf, die Sonne kam heraus, und wir fuhren Richtung Genfersee. Diese Fahrt werde ich nie vergessen. Weinberge, kleine verträumte Örtchen, schmale Straßen, die sich durch Hügel schlängeln. Wir haben an verschiedenen Örtchen angehalten, gebummelt, uns treiben lassen. Kaffee in der Sonne getrunken, gelacht, geschlendert – einfach die Zeit genossen. Das war nach dem gestrigen kalten Tag einfach perfekt.

Zum Sonnenuntergang packten wir Snacks und Getränke ein und wanderten ohne großen Plan durch die Weinberge von Lavaux. Alles war in dieses warme, goldene Licht getaucht.

Wir suchten uns zwischen die Reihen der Weinreben ein schönes Plätzchen zum Verweilen. Er – Fotograf – lief die ganze Zeit herum, suchte den perfekten Winkel, fing das Licht ein, während ich schon gemütlich mein Getränk öffnete und einfach den Moment und den Blick auf die Alpen genoss. Dann stellte er plötzlich die Kamera direkt hinter uns auf und meinte ganz beiläufig:


„Hier ist ein guter Winkel. Wollen wir ein Foto zusammen machen?“

Während wir Arm in Arm für das Foto posierten, fragte ich noch lachend, wie lange denn der Timer zum Auslösen des Fotos eingestellt sei.
Und er sagte nur:
„So lange, bis ich dir einen Antrag gemacht habe.“

Er hatte noch nichts weiteres gesagt und da flossen schon die Tränen. Dann ging er ging er auf die Knie.

Zwischen Weinreben. Beim Sonnenuntergang. Mit klopfendem Herzen, zitternden Händen und diesem Blick, der mir schon tausendmal gesagt hat, dass ich zu Hause bin. Ich habe alles um mich herum vergessen – die Kälte vom Vortag, die Zeit, die Welt. Es gab nur noch uns. Tränen, Lachen, Unglauben, pure Emotionen.

Und während mein Herz explodierte vor Glück, lief die Kamera weiter. Dieser Moment, unser Moment, für immer festgehalten. Nur für uns.

Es war kein lauter Antrag. Kein großes Publikum. Sondern leise, echt, warm und voller Liebe. Genau wie wir.

 

", Sandra D.