Als ich mich verlobte, sah von außen alles harmlos aus. Kein Feuerwerk, kein perfektes Kleid, nur ich mit einem kleinen Ring, der wochenlang zwischen Lernunterlagen und Kaffeetassen auf meinem Schreibtisch lag. In diesem Ring steckten zwei Religionen, zwei Familien, zwei Welten und die Frage, ob Liebe stark genug ist, dazwischen zu stehen.
Ich machte ihr den Antrag an einem grauen Tag am Bodensee, der Ort an dem wir zusammen kammen. Es war kalt, das Gras nass, meine Hände zitterten, als ich den Ring aus der Tasche holte und vor ihr auf die Knie ging. Kein Publikum, nur unsere hastigen Herzen und das leise Gefühl: Wenn wir jetzt ja sagen, wird nichts einfacher nur echter.
Sie sagte ja. Wir lachten und weinten gleichzeitig, der Ring saß nicht perfekt, meine Hose war durchweicht, aber in mir rastete etwas ein: Ich wollte dieses Leben mit ihr, auch wenn ich wusste, dass es kein leichtes werden würde.
Der herzzereißende Teil kam danach. Der Gelehrte, den ich gebeten hatte, unsere Nikah zu machen, lehnte ab. Zu viel Verantwortung, sagte er, er kenne sie nicht, wisse nicht, wie ernst sie ihren Glauben nehme. Für ihn war es eine vorsichtige Entscheidung. Für uns fühlte es sich an wie eine unsichtbare Tür, die zufällt.
Seitdem ist unsere Verlobung nicht nur ein schöner Moment am See, sondern auch das ständige Ringen mit Erwartungen, Regeln und der Angst, nicht dazuzugehören. Und trotzdem: Jedes Mal, wenn ich ihren Ring sehe, weiß ich, dass dieses verletzliche, komplizierte „Ja“ wahrer ist als jedes einfache Leben ohne sie.
", Ali P.